Tagebuch 1.-7. Tag

Tag 1, Mi. 31.7.2013 Start: München, Jakobsplatz nach Kloster Schäftlarn

JakobsplatzIn der Früh fahren wir (meine Vater, meine Schwester Sara und ich) mit der Nachbarin zur Weide, halftern die Lamas und striegeln Sie. Dann kommt die Amtstierärztin Frau Dr. Geier und „untersucht“ die Tiere. Sie liest den Chip ein und gibt uns die Bestätigung (Gesundheitszeugnis), dass sie gesund und munter sind.

Nach der fünfminütigen Untersuchung, kommt der Transporter (Konstantin von den Bayern-Kamelen) für die Lamas und uns. Er fährt uns nach München zum Viktualienmarkt. Dort laden wir die Lamas aus und gehen durch den Viktualienmarkt zum Marienplatz. Ein paar Leute halten uns auf und fotografieren uns.

Pedro am Jakobsplatz30 Minuten dauert es bis wir weiter zum Jakobsplatz kommen. Ich habe schon voraus gesehen, dass irgendeiner von den zweien mal sein „Geschäft“ machen muss. Pedro macht gleich zwei Häufen auf den Platz. Aber alles nicht so wild. Mein Papa holt Papier vom WC, doch einer ist schneller. Ein Fensterputzer gibt uns einen Müllsack und eine Schaufel und wir machen alles wieder sauber.

Danach kommen meine Mutter und der Bayrische Rundfunk, machen noch schöne Fotos und wir gehen los.

Wir gehen zum Gärtnerplatz, über die Corniliusbrücke zur Isar. Hier verabschieden wir uns von meiner Mutter und gehen Fluss aufwärts weiter. Kurz vor der Tierparkbrücke machen wir eine Pause und hängen die Tiere an. Aber das ist kein Spaß für uns und die Tiere, da alles voller Glasscherben ist. Also gehen wir schnell wieder weiter über die Tierparkbrücke und zwischen Isar und Kanal.

Wir trennen uns von den BR Leuten und machen eine längere Pause. Meine Schwester legt sich gleich in den Schatten und die Lamas fressen. Wir machen auch Brotzeit. Wir laufen wieder weiter und treffen heute zum letzten Mal den BR. Sie laufen bis zur Großhesseloerbrücke mit.

An der IsarVon da an gehen wir alleine weiter, allerdings sehr gemütlich, denn die Lamas „mosern“ ständig und ziehen. Tatsächlich kommen wir schon um drei Uhr in Grünwald am Brückenwirt an. Dort essen wir und ruhen uns aus. Sara fährt mit dem Zug und Bus zum Kloster Schäftlarn. Wir, mein Vater und ich, gehen noch die zehn km dorthin.

Dort angekommen holen wir gleich unseren Zimmerschlüssel ab und hängen die Lamas im Garten an. Dabei haben wir einen Fehler gemacht, Pedro stranguliert sich fast. Ein anderer Gast sieht das von seinem Fenster aus und informiert uns aufgeregt, während wir essen. Das Problem ist schnell gelöst. Zwei Lama-Bekannte und mein Bruder Benjamin besuchen uns noch, um mit uns zu essen. Wir lassen den Abend noch schön ausklingen.

Tag 2, Do. 1.8.2013 Kloster Schäftlarn nach Starnberg

Mein Bruder Beni bringt mir in der Früh eine SD-Karte für meine Kamera. Nach dem Frühstücken bemerke ich schon, dass es total heiß ist. Wir gehen auch ziemlich spät los. 10.00 Uhr oder auch später.

Das erste Stück Weg, das wir laufen müssen, ist einen km vom Kloster nach Ebenhausen. Das war alles im Schatten. Aber jetzt ist alles in der prallen Sonne. Die Tiere merken auch die Hitze, denn sie ziehen fast die ganze Zeit.

Weiter geht’s über Neufahrn und Harkirchen nach Kempfenhausen an den Starnbergersee. Mit ein paar Pausen kommen wir nicht weit, aber das Laufen ist angenehmer. Wir suchen eine schöne Wiese für die Lamas und machen Pause. Ich ziehe mir meine Badehose an und gehe ins Wasser. Kurze Zeit später hole ich Charly und gehe mit ihm ins Wasser. Ich bin so tief rein gegangen, bis Charly schwimmen musste. Ein paar Schaulustige schauen zu und machen Fotos. Da denkt sich meine Schwester: was er kann, kann ich auch. Also geht sie mit Pedro auch mit ins Wasser.

Lamas baden im StarnbergerseeEinige Stunden verstreichen, bis wir wieder weiter laufen. Währenddessen sucht mein Papa nach einer Unterkunft für uns und die Tiere. Aber erfolglos. Nur für zwei Personen findet er eine.

Meine Notausrüstung kommt zum Einsatz. Ich muss im Zelt und draußen bei den Lamas schlafen. Beim Proviant Einkaufen für mich, macht Charly einfach einen Haufen vor den Tengelmann. Mein Papa hat noch von gestern Papier dabei. Schnell ist es weg gemacht und wir gehen weiter. Plötzlich ruft ein Freund von meinem Vater an und fragt wo wir sind. Wir sagen: wir sind noch in Starnberg. Da fragt er uns, ob wir bei ihm übernachten wollen? Mein Papa sagt ja. Zum Glück muss ich nicht draußen schlafen.

Tag 3, Fr. 2.8.2013 Starnberg nach Kloster Andechs

Heute geht’s durch die Maisinger Schlucht. Der Weg ist schön schattig. Können aber nicht länger als 10 sec. stehen bleiben. Wegen den vielen Mücken und Bremsen. Danach geht’s hauptsächlich in der Sonne bis Andechs, sodass wir viele Pausen machen müssen.

Am frühen Abend erreichen wir den heiligen Berg – Andechs. An der Pforte ist die Frau super nett und sucht gleich was für die Tiere. Das dauert ein Weilchen, aber dann bekommen die Lamas einen schönen Platz unter Apfelbäumen.

Bei der Pforte spricht uns eine junge Pilgerfrau mit einem Hund an und meint: sie hätte uns im Internet gesehen.

Kloster AndechsWir nehmen unseren Zimmerschlüssel, verstauen unser Gepäck und gehen zum Essen. Wir treffen uns mit Eva (so heißt die Pilgerin) und essen mit ihr. Wir lassen gemütlich den Abend ausklingen.

Tag 4, Sa. 3.8.2013 Kloster Andechs nach Haid

Heute ist es eine halbwegs lange Strecke (23,5 km). Der erste Teil vom Weg führt schattig durch den Wald nach Pähl, wo wir eine schöne, schattige Pause machen. Ein Mann und sein Sohn sprechen uns an und wollen uns zu sich nach Hause einladen. Wir müssen aber wieder weiter, wenn wir die Tagesetappe schaffen wollen. Der Weg verläuft hauptsächlich über Wiesen und Felder. Und in der Sonne. Wir suchen auch den kleinsten Schatten auf.

Nach zehn km kommen wir nach Raisting. In einem Biergarten machen wir eine lange Pause. Sara und ich haben ein großes Schnitzel verdient. Wir gehen weiter immer einer Straße lang und in der prallen Sonne bis Stillern. Unterwege geht’s meiner Schwester nicht so gut. In Stillern angekommen, machen wir im Biergarten wieder eine Pause und Sara geht’s echt nicht besser, sogar schlechter. Sie will gar nicht weiter gehen. Aber wir müssen weiter gehen, wenn wir nach Haid kommen wollen. Also gehen wir weiter an der heißen und mit Sonne überfluteten Straße entlang.

GewitterNach 1 1/2 Stunde kommen wir endlich in einen Wald und in den Schatten. Aber an einer Weggabelung wissen wir nicht weiter. Wir sehen auch nicht die Muschel und die Karte zeigt es auch nicht. Also losen wir aus. Wir gehen rechts. Das war auch richtig. Denn wenn wir links gegangen wären, wären wir einen riesen Umweg gegangen. „Es dauert nicht mehr lange bis nach Haid. Noch diese Straße entlang, dann sind wir da.“ sagte mein Papa zu meiner Schwester. Inzwischen sind ein paar Wolken aufgezogen und es wird kühler.

Uns überholt ein Mopedfahrer und spricht uns an. Ob wir die sind, die bei ihm übernachten? Wir sagen Ja und er lotst uns zu seinen Bauernhof. Ich versorge mit dem Bauern die Lamas und in der Zwischenzeit versorgt mein Vater Sara. Sie hat wahrscheinlich einen Sonnenstich.

Tag 5, So. 4.8.2013 Haid nach Hohenpeißenberg

TassilolindeIn der Früh holt meine Mutter meine Schwester ab. Also gehen wir alleine weiter. Zur Tassilolinde und zum Kloster Wessobrunn, wo gerade ein Gottesdient stattfindet. Wir warten auf den Stempel und erklären den Zuschauern, warum wir mit Lamas unterwegs sind und ob sie spucken. Einige Minuten verstreichen und wir gehen weiter. Der Weg ist sehr schön.

Es geht in Richtung Hetten, nördlich vom Hohenpeißenberg (Berg). Es ist schon etwas heiß geworden. Denn die Lamas ziehen. Also lasse ich Charly frei laufen. Aber das war ein Fehler! Charly läuft direkt in eine Weide mit Stacheldrahtzaun. Ich war so sauer auf ihn, dass er es einfach nicht kapiert. Mein Papa holt ihn dann wieder. Wir gehen weiter und sehen, dass dunkle Wolken aufziehen. Also gehen wir etwas schneller und ich bemerke, dass die Tiere nicht mehr ziehen. Ich glaube sie merken auch, dass es ungemütlich wird.

Zuerst laufen wir zu einem leeren Stall, aber ich bin mir nicht sicher, ob der stall auch leer ist. Also gehen wir schnell weiter und kommen zu einem Bauernhof mit einer Tennendurchfahrt. Wir fragen gleich, ob wir uns da unterstellen können – dürfen wir.

In der Zwischenzeit kommt der BR und wir drehen noch einmal, als wir den Bauernhof entdecken. Der Bauer lädt uns auf Kaffee und Kekse ein. Ich habe einen Mordshunger und bekomme viele Salami Brote. Nach einer Stunde gehen wir weiter und der BR begleitet uns bis hoch zum Hohenpeißenberg. Die Leute schwitzen ganz schön. Oben angekommen ist es ein wunderschöner Ausblick:

HohenpeißenbergWir machen noch schöne Fotos und gehen nach Hohenpeißenberg (Ort). Der BR fährt schon mal vor zu unserer Unterkunft. Bei der Kapelle treffen wir Eva. Sie hat die gleiche Unterkunft wie wir. Wir gehen gemeinsam abwärts. Müssen noch ein paar Zäune aufbrechen und werden von der Herbergsmutter und dem BR empfangen. Satteln noch die Tiere ab und die Herbergsmutter lädt uns zum Essen ein und wir lassen wie üblich den Abend ausklingen.

Tag 6, Mo. 5.8.2013 Hohenpeißenberg nach Rottenbuch

Heute haben wir kein Gepäck dabei, denn Tante und Onkel von Eva haben genügend Platz, um unser und Evas Gepäck bis zum Ende der Tagesetappe mitzunehmen. Also gehen wir gemeinsam los und die Tiere gewöhnen sich schnell aneinander. Die ersten drei km führen gemächlich auf einem Forstweg entlang.

Aber dann geht es los. Die Ammerschlucht. Ein schmaler Pfad führt bergab nach Schnalzhaus. Auf dem Weg begegnen wir einer Gruppe von Blinden. Sie wollten einmal die Lamas streicheln. Weiter geht’s zur Ammerschlucht. Der Einstieg ist ein riesiges Problem. Denn es ist eine Treppe mit Spalten, da trauen sich die Lamas nicht hoch. Also gehen wir wieder zurück und gehen hoch, aus der Ammerschlucht raus. Weil es so heiß ist, bleiben wir im Wald. Plötzlich ist da ein Weg. Er führt direkt zum Ende der Treppe. Ich bin echt froh, dass wir die Ammerschlucht machen können.

In der Ammerschlucht gibt es Stege: Ammerschlucht

Die Spalten sind teilweise so dick, dass die Lamas am Anfang durchgestiegen sind. Aber jetzt haben´s die Tiere gelernt, dass sie ihr Gewicht verlagern sollen.

Charly hat Höhenangst! Und ist einmal vor lauter Angst von so einem Steg runtergesprungen. Hat sich zum Glück nicht verletzt. Manche Stege sind so hoch, dass mein Papa und ich mit Mühe alle beide rüber bringen.

Nach zwei Stunden ist die Höllentour zu Ende. Wir genießen mit Stolz das kühle Wasser von der Ammer. Wir schwimmen noch ein paar Minuten bevor es wieder weiter geht.

Weiter geht’s nach Rottenbuch. Dort mieten wir mit Eva die Pilger-Suite auf dem Campingplatz. Räumen unser ganzes Gepäck ein und gehen zum Essen. Tante und Onkel von Eva kommen auch und wir lassen den Abend schön ausklingen...

Tag 7, Di. 6.8.2013 Rottenbuch nach Urspring

In der Früh ist es zum Glück nicht so heiß und wir können gemütlich über Wildsteig zur Wieskirche gehen. Eva und ich schauen uns die Kirche an. Währendessen sucht mein Vater einen schattigen Platz für die Lamas. Eva will weiter gehen. Wir machen noch Pause.

Nach einer Stunde gehen wir weiter und gehen durch eine kleine Baustelle. Ein kleiner Weg führt hindurch, aber der ist so schmal, dass Pedro einen Träger vom Rucksack abreißt. Wir gehen 100 m und ich entdecke es. Ist schnell repariert. Wir kommen an einem Drehkreuz an und kommen mit den Tieren nicht durch, müssen also zurückgehen. Ein Bauarbeiter zeigt uns den rechten Weg und wir folgen ihm. Es dauert nicht lange und wir kommen auf einen Feldweg der uns in einen Wald führt.

Plötzlich hört der Weg mitten im Wald auf. Mein Vater will schon umkehren, da entdecke ich einen kleinen Pfad. Wir müssen durch dichtes Geäst, bis wir an einem Weiher ankommen und auf einen etwas angenehmeren Weg gehen.

Nach einiger Zeit kommen wir an eine Kuhweide, und können nicht außen herum gehen. Wir machen den Weidezaun auf und gehen rein. Mein Vater nimmt die Lamas und ich vertreibe die Kühe. Nach einer viertel Stunde sind wir aus der Kuhweide wieder draußen. Wir können gemütlich auf einem Forstweg bis zu einer Landstraße nach Steingaden gehen. Kurz vor Steingaden legt sich Charly mitten auf die Straße und will nicht mehr weiter. Ihm ist einfach zu heiß. Er hat so dunkles Fell. Ich lass ihn noch ein bisschen liegen, dann müssen wir wieder weiter.

Charly mag nicht mehrIn Steingaden angekommen, gehen wir zum berühmten Pilgerbrunnen und lassen die Tiere trinken. Dann gehen wir zum Marktplatz und holen unseren Stempel ab. Auf dem Weg zum Pause machen, treffen wir wieder die Gruppe Blinder. Eine der Blinden will mal einen Lama Kopf berühren. Da können wir nicht Nein sagen, denn es ist ja ein großes Erlebnis für die Blinde, einen Lama Kopf anzufassen.

Dann gehen wir weiter um Pause zu machen. Wir binden Pedro an und lassen Charly frei laufen. Nach einer halben Stunde gehen wir weiter nach Urspring und lassen uns noch von einer Gruppe Jugendlicher fotografieren.

In Urspring angekommen, hängen wir die Tiere an und warten auf den Bauern, der einen leeren Kuhstall hat. In der Zwischenzeit holen wir unseren Schlüssel und verstauen das Gepäck. Wir gehen wieder raus und da kommt der Bauer. Er sagt „ja“ und wir bringen die Lamas in den Stall, versorgen sie noch mit Heu und Wasser. Währenddessen zieht ein schweres Gewitter durch. Schnell gehen wir zum Essen und anschließend schlafen.

>> Tagebuch 8.-15. Tag

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